Finanzamt geht härter gegen verschwiegenes Immobilienvermögen in Dubai vor

Das Finanzamt erhöht den Druck gegen deutsche Staatsangehörige, die ihr im Ausland angelegtes Vermögen zu verschweigen versuchen. Ein kürzlich bekannt gewordener Datensatz brachte ans Licht, dass im Jahr 2020 insgesamt 1051 Deutsche gemeinsam 1721 Immobilien in Dubai besaßen. Der Gesamtwert dieser Immobilien lag zwischen 600 und 700 Millionen Euro.

Auffällig war, dass viele dieser Vermögenswerte dem Fiskus nicht bekannt waren und die Eigentümer offenbar nicht über das entsprechende Einkommen verfügten, um solche Investitionen zu tätigen.

Die zentrale Frage ist nun, woher dieses Geld stammte. Mögliche Erklärungen sind nicht versteuerte Einkünfte, nicht angegebene Kryptowährungen oder verschwiegene Schenkungen. Der Steueranwalt Reiner Jung betont, dass das Finanzamt in solchen Fällen die Steuern dennoch nachfordern darf. Zusätzlich fallen Zinsen und eine erhebliche Vergehensstrafe an.

Immobilienbesitz Deutscher in Dubai (2020)

GegebenAnzahl / Wert
Anzahl deutscher Eigentümer1051 Personen
Anzahl Immobilien insgesamt1721 Immobilien
Durchschnittliche Anzahl Immobilien pro Person1,6 Immobilien
Gesamter geschätzter Immobilienwert600 bis 700 Millionen Euro
Durchschnittswert pro Immobilie349.000 bis 407.000 Euro
Durchschnittlicher Immobilienwert pro Person571.000 bis 667.000 Euro

Selbstanzeige beugt größeren Problemen vor

Deutsche Steuerpflichtige, die Immobilien in Dubai besitzen, werden derzeit aktiv mit Fragen zu ihrem Vermögen kontaktiert. Wer diese Anfragen ignoriert, riskiert strenge Maßnahmen. Rechtsanwalt Thomas Trock weist darauf hin, dass das Finanzamt in einem solchen Fall eine sogenannte Auskunftsverfügung erlassen kann. Damit kehrt sich die Beweislast um und der Steuerpflichtige muss selbst nachweisen, dass die Schätzung des Fiskus nicht zutreffend ist.

Zudem ist es möglich, dass zivilrechtliche Verfahren eingeleitet werden, in denen Personen gerichtlich zur Vorlage von Informationen gezwungen werden. In extremen Fällen kann sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden und das Zollkriminalamt (ZKA) damit beauftragt werden, Dokumente zu beschlagnahmen.

Aus kürzlich veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass das Finanzamt immer weniger zurückhaltend ist und häufiger rechtliche Schritte einleitet. Laut Jung soll dies ein deutliches Signal senden, dass Steuerhinterziehung bestraft wird. Für Personen, die Vermögen verschwiegen haben, ist es nach Ansicht von Trock ratsam, selbst die Initiative zu ergreifen. Auch wenn eine Strafe wahrscheinlich bleibt, wird diese oftmals reduziert, wenn jemand von sich aus aktiv wird.

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